Ho Ho Ho, eh?
- canadaydream
- Jan 20, 2017
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Schon ein paar Wochen ist das neue Jahr nun alt und ich habe immer noch keine Zusammenfassung meiner ersten Feiertage in einem fremden Land geschrieben. Das will ich nun hiermit ändern und hoffe, dass es nicht zu spät ist, noch ein wenig übergebliebene Weihnachtsstimmung bei euch zu wecken.
Die Vorweihnachtszeit verlief für mich relativ ereignislos, besonders da es dieses Jahr keine Geschenke zu besorgen gab. Stattdessen arbeitete ich viele Überstunden, denn viele meiner Arbeitskollegen nahmen über diese Zeit Urlaub, um ihre Familien zu besuchen.
An meinen freien Tagen versuchte ich dann so viel wie möglich von den Feiertagstraditionen mitzuerleben. Einen Nachmittag verbrachte ich in einer extrem überfüllten Mall mit gestressten Menschen so weit das Auge reicht, in etwa so wie man das aus den amerikanischen Filmen kennt.
An einigen Abenden schnappte ich mir außerdem mein Skateboard, um mir die Weihnachtsdekorationen in der Nachbarschaft anzuschauen. Auch hier gilt, dass das Klischee keinesfalls übertreibt, wie ich amüsiert feststellte.
Erst am 25. Dezember hatte ich dann offiziell frei, nachdem ich am Tag zuvor bereitwillig für doppelte Bezahlung arbeitete. Ein paar Tage zuvor hatte mich die Mutter meines Mitbewohners eingeladen, Weihnachten mit ihnen zu verbringen. Sie holten uns also mittags ab und wir fuhren nach Burnaby zum Haus seines Bruders. Dort hatte sich die ganze Familie versammelt und wir spielten gemütlich Spiele, das Austauschen der Geschenke hatten sie wider der Tradition schon am 24. erledigt.
Dann meldete sich bei uns allen der Hunger und wir machten uns auf die, wie sich herausstellte, nicht leichte Suche nach etwas Essbaren. Christmas Day scheint in Kanada der einzige Tag im Jahr zu sein, an dem wirklich alle Läden und Restaurants geschlossen sind. Nur ein einziges asiatisches Restaurant konnten wir ausfindig machen, wo wir prompt auch alle hingingen.
Nachdem wir alle extrem viel gegessen hatten, um wenigstens eine Tradition zu erfüllen, fuhren wir nach North Vancouver ins Kino und schauten La La Land. Der Film war meiner Meinung nach nicht weiter erwähnenswert, ganz anders als der minimale Kulturschock den ich mal wieder erlitt. Wie immer freute ich mich auf das Popcorn, meiner Meinung nach eines der Highlights jedes Kinobesuchs. Den ersten Bissen hatte ich mir jedoch anders vorgestellt. Salz?!? Ja, denn süßes Popcorn ist den Kanadiern gänzlich fremd. So langsam habe ich mich an den plötzlich wiederkehrenden Mini-Kulturschock jedoch gewöhnt und aktzeptierte, dass ich wohl bis August auf mein nächstes süßes Popcorn warten muss.
Der eine erholsame freie Tag war wie immer viel zu schnell vorbei und am nächsten Tag hieß es auch schon wieder arbeiten und zwar durchgängig vom 26. Dezember bis Neujahr.
So verging auch Silvester wie im Nu, denn ich arbeitete bis um 10 und machte mich dann eilig auf den Weg, um das Feuerwerk nicht zu verpassen. Beeilen müssen hätte ich mich jedoch nicht, denn sehen konnte ich davon nur kleinste Teile, als wahrscheinlich kleinste Person in der Masse von abertausenden Menschen. So habe ich davon auch keine Fotos und muss mich bei den Fotos anderer bedienen, um wenigstens ein paar meiner Eindrücke mit euch zu teilen.
Nach der kleinen Enttäuschung des Feuerwerks traf ich mich mit Helmut, um zu erkunden, was zu so einem Anlass auf der immer gut besuchten Granville Street los ist. Auf dem Weg dahin traf man schon auf Menschenmassen, die alle sehr gut drauf waren. Jeder beglückwünschte jedem lautstark zum neuen Jahr und auch zu diesem Anlass zeigte sich mal wieder, wie schnell und leicht Vancouverites betrunken sind.
Wie zu erwarten, war die gesamte Granville Street voller Menschen und alle Clubs überteuert und trotzdem überfüllt. Uns beiden stand nicht der Sinn nach clubben, weshalb wir uns nur anschauten, was so los ist und ich mich dann auf den nach Hause machte (Ja, ich weiß, wie alt bin ich bitte? 80?)
Das wars auch schon von meinen zugegebenermaßen relativ ereignislosen Feiertagen, was größtenteils dem vielen Arbeiten geschuldet ist. Das Reisekonto bedankt sich jedoch, und seit dem neuen Jahr arbeite ich auch nur noch 4 12-Stunden Schichten die Woche, das heißt, ich habe immer 3 Tage frei!
In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein verspätetes frohes neues Jahr!