Das erste Mal Airbnb und die erste Begegnung mit Raincouver
Nachdem nun unsere drei Nächte im Hostel bereits vorbei waren, checkten wir aus und ich machte mich mit Marius auf den Weg nach Downtown. Dort trennten sich für kurze Zeit erst einmal unsere Wege, denn er musste einige Besorgungen machen, während ich das blendende Sommerwetter an einer der vielen Uferpromenaden genießen wollte. So verschlug es mich in den David Lam Park, der direkt am Wasser liegt und einen tollen Blick über einige der Wolkenkratzer bietet.
Danach lief ich ungefähr eine halbe Stunde quer durch Downtown, um mich dort wieder mit Marius zu treffen. In Downtown war anscheinend ein Fest im Gange, denn hier waren überall Menschen und alles war voller kleiner Buden.
Für uns jedoch war es Zeit, den Skytrain bis zu seiner letzten Station in Surrey zu nehmen. Ungefähr eine dreiviertel Stunde dauerte die Fahrt zu unserem ziemlich weit außerhalb gelegenen Quartier. Dort angekommen holten uns die unglaublich freundlichen Airbnb-Besitzer direkt von der Skytrain-Station ab, was sehr gut war, denn ich hätte meinen riesigen und brutal schweren Backpack keinen Meter mehr weiter tragen wollen.
Einmal in unser kleines, gemütliches Airbnb-Zimmer eingezogen, machten wir uns direkt auf den Weg zu Walmart, wo wir von dessen Angebot einfach überwältigt waren. Süßes in allen Farben und Geschmacksrichtungen, so etwas hatten wir noch nie gesehen. So nahmen wir uns von vielem eine kleine Kostprobe mit und kehrten in unser Quartier zurück, wo wir auch gleich in unsere Betten fielen.
Nach einer erholsamen Nacht ging es für uns wieder an die Wohnungssuche und außerdem auch an die Suche nach einer Bleibe zur Überbrückung, bis wir irgendwann einmal eine Wohnung gefunden haben. Leider waren wir bei beiden erfolglos.
So machten wir uns am Nachmittag mit dem Skytrain auf nach Downtown, um den praktischen Wochenendrabatt zu nutzen. Unsere kleine Sightseeingtour starteten wir im Dr. Sun Yat-Sen Chinese Garden, einem kleinen aber wunderschönen chinesischen Garten am Anfang von Chinatown, in dem man riesige Kois beobachten und zwischen Bambuspflanzen spazieren gehen konnte.
Nach kurzem Schlendern durch Chinatown, was aber nicht so beeindruckend war wie viele Chinatowns in europäischen Städten, die ich bisher besucht habe, entschieden wir, uns von der Atmosphäre inspirieren zu lassen und gingen spontan in einem echten authentischen chinesischen Restaurant essen. Ich bestellte Wonton, das eine sehr gewöhnungsbedürftige Konsistenz hatte, aber Marius aß richtig leckere Pekingente.
Nachdem wir frisch gestärkt waren, machten wir noch einen Abstecher ins Nachbarviertel Gastown, das alte Gründungsviertel der Stadt. Dies bestand aus relativ alten ansehnlichen Gebäuden und schrulligen Läden. Leider wurde das Bild dieses Viertels ein wenig getrübt durch die merkbare Nähe zur East Hastings Street, dem Armenviertel der Stadt mit einem massiven Drogenproblem. Ab und zu verirrte sich anscheinend einer der Bewohner nach Gastown und erinnerte an die Gegensätze, die Vancouver aufzuweisen hat.
Gastown ist außerdem auch das am von Touristen überlaufendste Viertel, denn alle wollen die berühmte Steam Clock, die zur vollen Stunde mit Dampf ein Lied spielt, und die Statue des ‚Gassy Jack‘, der die Stadt mit Eröffnung seines Pubs gegründet hat, besuchen.
Den gesamten Tag schon war es regnerisch, aber nun wurde es echt extrem. So hatten wir auch unsere erste Begegnung mit dem berüchtigten Raincouver, das wirklich erbarmungslos ist. Durchnässt trotz Regenschirm machten wir uns auf den Heimweg, legten aber noch unseren täglichen Stopp bei Walmart ein, um Zutaten für ein spärliches Abendbrot zu kaufen, denn Lebensmittel, besonders Käse und Wurst, sind hier sehr teuer.
Abends waren wir dann so erschöpft, dass wir nur noch einen halben Film schafften und danach gleich ins Bett fielen.
Der heutige Tag startete wie jeder bisherige mit einigen Stunden Wohnungssuche, die dieses Mal sogar bedingt erfolgreich war, denn wir fanden zumindest ein Quartier für die nächsten sieben Tage und werden so morgen in eine andere Airbnb nach Richmond umziehen, wodurch wir dann wieder viel näher an Downtown liegen.
Wieder verließen wir mittags das Haus, um uns Surrey mal genauer anzugucken. Zuerst verschlug es uns in den Green Timbers Park ganz in der Nähe unserer Airbnb. Hier gab es einen kleinen, glasklaren See, in dem sich Dutzende Enten tummelten.
Der zweite Park in unserer heutigen Runde war Bears Creek, den wir als Geheimtipp von einer Einheimischen, die aus ihrem Truck heraus Eis verkauft, erhalten haben. Sie erzählte uns, dass es dort einen kostenlosen Pool gäbe, was wir gar nicht glauben konnten. Doch es stimmte: In dem Park war ein sogar relativ großes Schwimmbecken mit sauberem Wasser und es gab sogar ein Sprungbrett. Wir stürzten uns ins kühle Nass und waren rundum zufrieden. Langsam meldete sich jedoch der Hunger, und so gingen wir mal wieder zu Subway. Ein Sub ist hier übrigens für gewöhnlich billiger, als die Zutaten, die man zum Kochen eines normalen Gerichts braucht.
Auf dem Rückweg waren wir mal wieder bei Walmart und außerdem in einem chinesischen Supermarkt, in dem es allerhand exotische Kochzutaten zu sehen gab. Das war uns aber etwas zu experimentell und so bereiteten wir uns zum Abendbrot ganz normale Wraps mit frischem Gemüse zu. Nun sind wir total erschöpft vom vielen Laufen wieder in unserer Airbnb angekommen und lassen den Tag gemütlich ausklingen.